Winterreifen Österreich
Situative Winterreifenpflicht, Reifengrößen und Kaufkriterien für PKW, Motorrad, Roller und Wohnmobil in Österreich.
Winterreifen Österreich: situationsbedingte Winterreifenpflicht bei Schnee & Eis. 3PMSF-Symbol Pflicht für Winterreifen. Schneeketten, Reifengrößen & Kaufberater 2026.
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Was: Winterreifen & Schneeketten für Österreichs Winter
- AT-Pflicht: Situative Winterreifenpflicht (§102 KFG) bei winterlichen Bedingungen
- Kennzeichen: M+S und/oder 3PMSF-Schneeflocken-Symbol
- Wechsel: Oktober bis April empfohlen, mind. 4 mm Profiltiefe
Stand: Juli 2026
| Merkmal | Regelung in Österreich |
|---|---|
| Pflichtzeitraum | Keine feste Kalenderpflicht – situative Regelung ganzjährig gültig (Faustregel: Oktober–April) |
| Situative Winterreifenpflicht | Bei Schneefahrbahn, Schneematsch, Eis oder Reif auf der Fahrbahn (§102 Abs. 8a StVO / §102 KFG) |
| Mindestprofiltiefe | Gesetzlich 1,6 mm; für Winterbetrieb empfehlen ÖAMTC/ARBÖ mind. 4 mm |
| Bußgeld | Organstrafverfügung 35 €; bei Gefährdung anderer bis zu 5.000 € |
Quelle: oesterreich.gv.at (§102 KFG/KDV); ÖAMTC (Bußgeldrahmen, Profiltiefen-Empfehlung).
Winterreifenpflicht Österreich: Was wirklich gilt
In Österreich gibt es keine kalenderbasierte Winterreifenpflicht – weder ein festes Datum im Jahr noch eine bestimmte Saison, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Was gilt, ist eine situative Pflicht: Bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen – Schnee, Eis, Schneematsch oder Reifglätte – ist das Fahren mit Sommerreifen verboten (§102 Abs. 8a StVO).
Das klingt einfacher als es ist. Die Entscheidung, ob „winterliche Verhältnisse“ vorlagen, trifft im Schadensfall das Gericht – nicht der Fahrer selbst. Wer mit Sommerreifen bei einem Unfall auf schneefreier, aber vereister Straße in einen Unfall verwickelt ist, riskiert volle Haftung und Leistungskürzung durch die Versicherung.
Die österreichische Praxis sieht deshalb so aus, dass die meisten Kraftfahrzeughalterinnen und -halter ihre Reifen zweimal jährlich wechseln – von Sommerreifen auf Winterreifen im Herbst und zurück im Frühjahr. Die Faustregel „O bis O“ (Oktober bis Ostern) ist keine Gesetzeslage, aber ein bewährter Orientierungswert für das österreichische Klima.
Als grobe Orientierung gilt in den meisten Teilen Österreichs ein Wechsel von Mitte Oktober bis Anfang April. In höheren Lagen und im alpinen Bereich kann Winterbereifung aber schon im September notwendig sein. Alle Details zur gesetzlichen Lage findest du auf unserem Ratgeber-Artikel zur Winterreifenpflicht.
M+S, 3PMSF und Alpine-Symbol: Was bedeuten die Zeichen?
Nicht jeder Reifen mit dem Aufdruck „M+S“ (Mud + Snow) ist ein vollwertiger Winterreifen. Das M+S-Symbol ist ein Selbstzertifizierungsmerkmal der Hersteller – es gibt keine unabhängige Prüfpflicht dafür. Ältere Ganzjahresreifen und manche Reifen mit begrenzter Wintertauglichkeit tragen das M+S-Symbol.
Das 3-Gipfel-Schneeflocken-Symbol (3PMSF / Alpine-Symbol) ist das strengere Zertifizierungsmerkmal: Reifen mit diesem Symbol wurden in einem definierten Schneehaftungstest geprüft und erfüllen nachgewiesene Winterleistungswerte. In Österreich und in der EU gilt das 3PMSF-Symbol als Nachweis für echte Wintertauglichkeit. Der Unterschied liegt vor allem in der Gummimischung: Echte Winterreifen bleiben bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius weicher und greifen dadurch besser auf nassen, eisigen und schneebedeckten Straßen.
Für die österreichische Winterreifenpflicht gilt seit 2024: Bei einer Polizeikontrolle in winterlichen Verhältnissen werden bevorzugt Reifen mit 3PMSF-Symbol als regelkonform anerkannt. Reine M+S-Reifen ohne 3PMSF können – abhängig vom Produktionsdatum und tatsächlicher Wintertauglichkeit – als unzureichend eingestuft werden. Zusätzlich gilt seit Jänner 2026 für neu zugelassene Fahrzeuge eine noch strengere Anforderung: Ein M+S-Reifen ohne 3PMSF-Symbol erfüllt bei Neufahrzeugen die gesetzlichen Voraussetzungen nicht mehr.
Ganzjahresreifen mit 3PMSF-Symbol sind eine Alternative für Fahrende, die wenige Kilometer pro Jahr fahren oder keine Garage für einen Reifenwechsel haben – für Stadtfahrer in Wien oder Graz reicht das meist aus. Für intensive Winterfahrten in Hochlagen oder regelmäßige Alpenüberquerungen – etwa in Tirol, Vorarlberg oder der Steiermark – empfehlen ÖAMTC und ARBÖ weiterhin dedizierte Winterreifen, da diese auf Eis und tief verschneiten Straßen leistungsfähiger bleiben.
Wann wechseln? Frühjahr und Herbst optimal planen
Der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel wird in Österreich jedes Jahr diskutiert. Die meteorologische Realität: Schnee und Glatteis können in alpinen Lagen bereits im Oktober auftreten, in Wien-Ebene manchmal erst im Dezember oder gar nicht. Eine pauschale Antwort gibt es deshalb nicht.
Orientierungswerte für den Herbstwechsel: Wenn die Nachttemperaturen dauerhaft unter 7 °C fallen, verlieren Sommerreifen spürbar Haftung – Winterreifen sind bei diesen Temperaturen im Vorteil, auch ohne Schnee. In Österreich ist das in Tirol und Vorarlberg oft schon im Oktober der Fall, im Weinviertel oder der Südsteiermark manchmal erst im November.
Frühjahr: Winterreifen bei dauerhaften Temperaturen über 7 °C auf Sommerreifen wechseln – Winterreifen verschleißen bei Wärme stärker und bieten auf trockener Straße schlechtere Bremsleistung. Die Faustregel „nach Ostern“ trifft für die meisten österreichischen Regionen gut.
Reifenhotels und Reifenwechsel-Service: Viele Werkstätten bieten Einlagerung der jeweils nicht benötigten Reifen an. Wer keine Lagerkapazität hat oder auf Kompletträder wechselt (kein Montieren nötig), spart Zeit und Aufwand. Preise für Reifenhotels variieren zwischen 30 und 80 Euro pro Jahr.
Rund um die typischen Wechseltermine im Frühjahr und Herbst sind Werkstätten und Reifenhändler stark ausgelastet – wer frühzeitig einen Termin vereinbart, vermeidet lange Wartezeiten. Nach dem Reifenwechsel lohnt sich bei Fahrzeugen mit Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) außerdem ein Check, ob die Sensoren korrekt erkannt werden – viele Werkstätten übernehmen das Anlernen gleich beim Wechseltermin mit.
Reifenlagerung: So bleiben Winter- und Sommerreifen in Form
Neben dem richtigen Wechselzeitpunkt entscheidet auch die Lagerung darüber, wie lange Reifen halten. Räder (Reifen auf Felge) hängst du auf oder legst sie auf dem Reifenstapel liegend ab – maximal vier Räder übereinander. Reifen ohne Felge lagerst du stattdessen stehend. Trocken, dunkel und kühl ist der ideale Standort – also keine direkte Sonneneinstrahlung und kein Kontakt mit Ölen oder Lösungsmitteln.
Wer keinen geeigneten Kellerplatz hat, greift auf ein Reifenhotel beim ÖAMTC oder bei lokalen Werkstätten zurück – bequem, aber mit den bereits erwähnten laufenden Kosten verbunden.
Gut zu wissen: Reifen ohne Felge stehend lagern, Räder mit Felge hängend oder liegend stapeln – maximal vier Räder übereinander. So bleibt die Form erhalten und du verlängerst die Lebensdauer der Reifen spürbar.
Schneeketten in Österreich: Wann und wo sind sie Pflicht?
Schneeketten sind in Österreich auf bestimmten Strecken und in bestimmten Situationen Pflicht – unabhängig davon, ob das Fahrzeug Winterreifen hat. Schneekettenpflicht-Schilder (Zeichen § 52 Z 17a StVO) stehen vor Straßen, die bei starkem Schneefall ohne Ketten nicht befahrbar sind. Wer ein solches Schild ignoriert, riskiert eine Geldstrafe – im schlimmsten Fall sogar eine Sperre der Strecke für alle nachfolgenden Fahrzeuge, und auch die Pannenhilfe dauert auf vereisten Bergstraßen dann deutlich länger.
Auf Pässen und Bergstraßen in Tirol, Vorarlberg, Salzburg und der Steiermark kommt die Kettenpflicht in schneereichen Wintern regelmäßig zum Einsatz. Wer solche Strecken im Winter fährt, sollte Schneeketten dabei haben – auch wenn sie nicht immer benötigt werden. Schneeketten sind dabei kein Ersatz für Winterreifen: Sie kommen erst zum Einsatz, wenn Winterreifen allein nicht mehr ausreichen, etwa bei extremen Schneeverhältnissen oder auf Straßen mit expliziter Kettenpflicht.
Wichtig: Schneeketten dürfen nur auf verschneiter oder vereister Fahrbahn verwendet werden und müssen beim Übergang auf schneefreie Straße sofort abgenommen werden. Kettenfahren auf trockener Straße beschädigt Ketten und Fahrbahn. Montage und Demontage auf dem Seitenstreifen oder Parkplatz vornehmen – nie auf der Fahrbahn. Die meisten Ketten passen zudem nur auf bestimmte Reifengrößen – das solltest du immer vor dem Kauf prüfen.
Welche Kettengröße für welches Fahrzeug passt, wie Ketten richtig montiert werden und welche Systeme es gibt, erklärt unsere Schneeketten-Detailseite ausführlich. Details zur Winterreifenpflicht AT findest du auf unserem Ratgeber zur Winterreifenpflicht Österreich. Welche Winterreifen für deinen PKW passen, zeigt unsere Kaufberatung Winterreifen PKW.
KFZ-Expertentipp: Schneeketten mindestens einmal im Trockenen montieren und abbauen, bevor du sie wirklich brauchst. Im Schnee und Dunkel, mit kalten Händen, wird das schnell zur Herausforderung. Textilschneeketten sind eine kompaktere Alternative für gelegentliche Gebirgsfahrten.
| Reifen-Symbol | Bedeutung | Empfehlung AT |
|---|---|---|
| 3PMSF (Schneeflocke) | Geprüfte Wintertauglichkeit – unabhängiger Test bestanden | Pflicht-Mindeststandard für AT-Winter |
| M+S (ohne 3PMSF) | Herstelleraussage, nicht geprüft | Bedingt – bei Polizeikontrolle ggf. unzureichend |
| Ganzjahresreifen (3PMSF) | Kompromiss Winter/Sommer | OK für stadtnahe Nutzung, nicht für Alpenfahrten |
| Sommerreifen | Keine Winterzulassung | Bei Schnee/Eis verboten (§102 StVO AT) |
Winterreifen in Österreich: Praktische Tipps
Reifenprofiltiefe: Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 mm (Minimum). Für Winterreifen empfehlen ÖAMTC und ARBÖ mindestens 4 mm – darunter verliert ein Winterreifen einen Großteil seiner Schnee-Räumeigenschaften. Reifen, die die Grenze von 4 mm unterschreiten, sind zwar noch legal, aber für österreichische Winterverhältnisse nicht mehr optimal. Die gesetzliche Mindesttiefe ist damit kein Sicherheitsstandard, sondern lediglich die untere Grenze, ab der ein Bußgeld droht.
Reifenalter: Reifen altern auch ohne Fahrleistung. Reifen über 8–10 Jahre sollten auch bei ausreichend Profil ausgetauscht werden – das Gummimaterial versprödet und verliert Griffigkeit. Produktionsdatum steht auf der Seitenwand (DOT-Nummer, letzte 4 Ziffern = Woche/Jahr). Zusätzlich lohnt sich vor dem Winter ein Blick auf die Reifenflanken: Risse, Ausbeulungen oder Standplatten sind ein Grund für den sofortigen Austausch, unabhängig vom Alter oder der Profiltiefe.
Reifendruck im Winter: Kälte senkt den Reifendruck – je 10 °C Temperaturabfall sinkt der Druck um ca. 0,1 bar. Bei einem mit 2,2 bar gefahrenen Reifen macht das nach einem kräftigen Kälteeinbruch schnell 0,3 bar Unterschied aus. Im Winter öfter prüfen, besonders nach dem ersten Kälteeinbruch im Herbst – am besten direkt bei Gelegenheit des Reifenwechsels. Zu niedriger Druck erhöht Verschleiß und Kraftstoffverbrauch und verschlechtert das Fahrverhalten.
Winterreifen für Motorräder, Roller und Wohnmobile
Winterreifen sind nicht nur ein PKW-Thema. Auch für Wohnmobile gilt in Österreich die situative Winterreifenpflicht – wer im Winter mit dem Camper unterwegs ist, braucht geeignete Bereifung. Wohnmobilreifen sind dabei besonders wichtig, weil das hohe Fahrzeuggewicht die Anforderungen an Traktion und Bremsen erhöht.
Für Motorräder und Roller gibt es in Österreich keine spezifische Winterreifenpflicht – aber Sicherheitsdenken sollte trotzdem Vorrang haben. Die meisten Motorradfahrer stellen ihr Fahrzeug im Winter ab. Wer ganzjährig fährt, sollte sich über geeignete Ganzjahres-Motorradpneus informieren. Auf den jeweiligen Unterseiten für Motorrad und Roller findest du passende Produktübersichten.
KFZ-Expertentipp: Wohnmobil-Fahrer sollten beachten, dass Reifen auf schweren Fahrzeugen höhere Belastungsindizes brauchen als normale PKW-Reifen. Nie einfach den gleichen Reifen wie beim PKW nehmen – die Tragfähigkeit muss zum Fahrzeuggewicht passen.
Häufige Fehler bei Winterreifen & Schneeketten – und wie du sie vermeidest
✗ Falsch
Sich auf die situative Winterreifenpflicht in Österreich verlassen und erst bei erster Schneelage auf Winterreifen umstecken.
✓ Richtig
Winterreifen bereits ab Mitte Oktober montieren – die Faustregel „von O bis O“ (Oktober bis Ostern) gilt als bewährte Orientierung für den Reifenwechsel.
✗ Falsch
Die Profiltiefe nur grob mit dem Auge einschätzen, statt sie regelmäßig zu messen.
✓ Richtig
Profiltiefe mit einer Messlehre oder dem Ein-Euro-Test prüfen und Reifen unter 4 mm im Winter rechtzeitig ersetzen, auch wenn 1,6 mm gesetzlich die Mindestgrenze ist.
✗ Falsch
Schneeketten erst bei der Bergfahrt im Schneetreiben zum ersten Mal auspacken und ausprobieren.
✓ Richtig
Die Montage der Schneeketten schon zuhause einmal trocken üben – im Ernstfall am Straßenrand geht das dann deutlich schneller und sicherer.
Redaktionell geprüfte KFZ-Informationen für Österreich – praxisnah, quellengestützt, aktuell.
Häufige Fragen zu Winterreifen & Schneeketten AT
Gilt Winterreifenpflicht in Österreich?
Ja – situationsbedingt. Bei Schnee, Matsch, Eis oder Reif auf der Fahrbahn müssen Fahrzeuge mit geeigneten Winterreifen (3PMSF-Symbol) ausgerüstet sein. Eine generelle Pflicht von November bis April gibt es nicht.
Was passiert ohne Winterreifen bei Schnee?
Eine Verwaltungsstrafe von bis zu 5.000€ kann verhängt werden. Zudem trägt der Lenker bei einem Unfall ohne geeignete Bereifung erhöhte Mitschuld – das kann die Versicherungsleistung mindern.
Darf ich Winterreifen ganzjährig fahren?
Ja. In Österreich ist das Fahren mit Winterreifen im Sommer erlaubt, aber nicht empfehlenswert (höherer Verschleiß, schlechteres Handling bei hohen Temperaturen, höherer Kraftstoffverbrauch).
Was sind Allwetterreifen – sind sie legal?
Allwetterreifen (auch Ganzjahresreifen) mit 3PMSF-Symbol sind in Österreich für die situationsbedingte Winterreifenpflicht zugelassen. Sie sind ein guter Kompromiss für Fahrzeuge mit geringer Winternutzung.
Wie tief muss das Profil bei Winterreifen sein?
Gesetzlich: 1,6 mm. Empfohlen: mindestens 4 mm für Winterbetrieb. Bei 3 mm deutlich nachlassende Wintereigenschaften.
Wann sollte ich Winterreifen montieren lassen?
Empfehlung: ab Mitte Oktober bis Mitte April (O bis O – Oktober bis Ostern). In Bergregionen früher. Werkstätten haben rund um den Reifenwechsel-Termin lange Wartezeiten – frühzeitig Termin buchen.
