ECE 22.06 – Neue Helmnorm für Motorradhelme erklärt

ECE 22.06 – Neue Helmnorm für Motorradhelme erklärt

Aktualisiert: Juli 2026 · Kategorie: Sicherheit
ECE 22.06 ist die aktuelle europäische Prüfnorm für Motorradhelme und löst schrittweise die ältere Norm ECE 22.05 ab. Sie prüft strenger, bei mehr Geschwindigkeiten und deckt auch das Kinnteil stärker ab.

Was sich gegenüber ECE 22.05 ändert

Die neue Norm testet Helme bei mehreren Aufprallgeschwindigkeiten statt nur einer festen Geschwindigkeit und prüft zusätzlich schräge Stöße, die im echten Unfallgeschehen häufiger vorkommen als reine Frontal- oder Seitenaufpralle. Auch das Kinnteil bei Integral- und Klapphelmen wird nun eigenständig geprüft, da es bei vielen Stürzen mitbelastet wird. Zusätzlich müssen Hersteller nachweisen, dass ein am Helm befestigtes Visier oder eine Sonnenblende die Schutzwirkung nicht beeinträchtigt. Ein nach ECE 22.06 zugelassener Helm erkennt man am Prüfetikett im Kinnriemenbereich mit der entsprechenden Kennzeichnung.

Übergangsfrist und Kaufempfehlung

Helme nach ECE 22.05 bleiben während einer Übergangsfrist weiterhin zulässig und dürfen bis zum Ablauf ihrer Zertifizierung verkauft und gefahren werden. Bei einer Neuanschaffung lohnt sich dennoch der Blick auf die Norm-Kennzeichnung, da 22.06-Helme durch die realitätsnäheren Testverfahren tendenziell besser auf tatsächliche Sturzszenarien abgestimmt sind. In Österreich gilt für alle zugelassenen Helme unabhängig von der Norm ohnehin die Helmpflicht auf Motorrädern und Motorrollern über 45 km/h Bauartgeschwindigkeit.

Weitere Informationen: Integralhelm – Vorteile, ECE & Visiertechnik