§57a Pickerl &
Hauptuntersuchung Österreich
§57a Pickerl & Hauptuntersuchung AT
Das Wichtigste auf einen Blick
- Was: §57a Pickerl – Österreichische Hauptuntersuchung für Fahrzeuge
- Rhythmus: PKW: 3 Jahre nach der Erstzulassung, dann nach weiteren 2 Jahren, danach jährlich (§ 57a Abs. 3 KFG); Ab 19. Mai 2027 gilt 4-2-2-2-1 (BGBl. I Nr. 79/2026)
- Kosten: Pkw rund 60–156 € (Ø ca. 94 €), Motorrad rund 28–74 € (Ø ca. 53 €), je nach Prüfstelle
- Vorbereitung: Beleuchtung, Reifen, Bremsen, Abgaswerte prüfen
Stand: 6. November 2026
| Fahrzeugalter | Prüfintervall §57a |
|---|---|
| Erstzulassung – 3. Jahr | Keine Begutachtung nötig |
| 3 Jahre nach Erstzulassung | Erste Begutachtung |
| 2 Jahre später | Zweite Begutachtung |
| Danach | Jährlich |
| Taxi | Jährlich |
- Kosten PKW-Pickerl 2026: ca. 60–156 € (Ø ca. 94 €), je nach Werkstätte, ÖAMTC- bzw. ARBÖ-Mitgliedertarif
- Toleranzfrist: 1 Monat vor bis 4 Monate nach dem auf der Plakette angegebenen Monat (Pkw, Motorrad, leichte Anhänger; bei Taxis bis 3 Monate davor, kein Zeitraum danach)
- Bußgeld bei Versäumnis: bis zu 10.000 € (Strafrahmen nach § 134 Abs. 1 KFG, laut ÖAMTC theoretischer Höchstrahmen, betrifft Zulassungsbesitzer und Lenker)
Quelle: ÖAMTC (Toleranzfrist, Bußgeldrahmen); § 57a Abs. 3 KFG auf RIS.bka.gv.at (Begutachtungszeitraum) und § 134 Abs. 1 KFG (Strafrahmen); AK Wien Pickerlkosten-Erhebung 2026 (Kostenrahmen, 32 Werkstätten Wien, Stichprobe März 2026).
Was ist das §57a Pickerl?
Das §57a-Pickerl ist die österreichische wiederkehrende Begutachtung von Kraftfahrzeugen – vergleichbar mit dem deutschen TÜV oder dem schweizerischen MFK, aber eigenständig geregelt im Kraftfahrgesetz (KFG). Der Name leitet sich direkt aus dem entsprechenden Paragrafen des KFG ab. Nach erfolgreicher Begutachtung erhält das Fahrzeug eine Begutachtungsplakette – im Volksmund „Pickerl“ – die am Kennzeichen angebracht wird.
Das Pickerl dient der Verkehrssicherheit: Es stellt sicher, dass alle am Straßenverkehr teilnehmenden Fahrzeuge regelmäßig auf sicherheitsrelevante Mängel geprüft werden. Ein fehlendes Pickerl oder ein Pickerl, dessen Begutachtungszeitraum (siehe unten) verstrichen ist, ist in Österreich eine Verwaltungsübertretung – bei einer Polizeikontrolle droht eine Geldstrafe (Strafrahmen bis zu 10.000 Euro nach § 134 Abs. 1 KFG).
Die Begutachtung darf in Österreich nur von autorisierten Begutachtungsstellen durchgeführt werden: technische Prüfstellen des ÖAMTC und ARBÖ, sowie von der Behörde anerkannte Werkstätten und Prüfzentren. Nicht jede Werkstatt darf das Pickerl ausstellen – die Berechtigung ist an eine Zertifizierung gebunden.
Wann ist das Pickerl fällig? Intervalle für alle Fahrzeuge
Die Fristen für die wiederkehrende Begutachtung unterscheiden sich nach Fahrzeugtyp. Wer die Frist überzieht, fährt ohne gültiges Pickerl – und das gilt auch dann, wenn das Fahrzeug technisch einwandfrei ist.
PKW (Privatfahrzeuge): Erstbegutachtung 3 Jahre nach Erstzulassung, die zweite 2 Jahre später, danach jährlich (§ 57a Abs. 3 KFG). Das Datum der Fälligkeit steht auf der Begutachtungsplakette am Kennzeichen und im Begutachtungsbefund.
Motorräder und Roller: Gleiche Regelung wie PKW – 3 Jahre nach Erstzulassung, dann nach 2 Jahren, danach jährlich. Elektroroller ab 25 km/h ebenfalls begutachtungspflichtig.
Wohnmobile: PKW-Regelung gilt analog. Zusätzlich werden Gasanlage und wohnmobilspezifische Punkte geprüft.
Taxis: Jährliche Begutachtung. Auch Omnibusse, Lkw und andere Fahrzeuge, die nicht unter die Pkw-Regel fallen, werden nach § 57a Abs. 3 Z 1 KFG jährlich begutachtet. Für Mietwagen nennt das Gesetz keine eigene Regel, maßgeblich sind Zulassungsart und Fahrzeugklasse laut Zulassungsschein.
Quads (L6e/L7e): Wie PKW – 3 Jahre, dann 2 Jahre. Kinder-Quads ohne Straßenzulassung sind nicht begutachtungspflichtig.
Nach § 57a Abs. 3 KFG darf die Begutachtung bei Pkw, Motorrädern, Quads und leichten Anhängern schon im Kalendermonat vor dem auf der Plakette angegebenen Monat erfolgen, ohne dass sich der Folgetermin verschiebt – die Frist läuft ab dem ursprünglichen Datum weiter. Wer also im Vormonat zum Pickerl geht, verliert keine Zeit. Nach dem Plakettenmonat bleibt zusätzlich Zeit bis zum Ablauf des vierten Kalendermonats (siehe die folgende Box). Für jährlich zu begutachtende Fahrzeuge wie Taxis gilt etwas anderes: Die Begutachtung ist bis zu drei Monate vor dem vorgesehenen Monat möglich, einen Zeitraum danach gibt es nicht.
Änderungen ab 2027: Pickerl-Intervalle werden länger
Ab 19. Mai 2027 gilt für Pkw, Motorräder und leichte Anhänger das Schema 4-2-2-2-1 statt 3-2-1. Bis dahin gelten die oben beschriebenen Fristen.
Die 42. KFG-Novelle (BGBl. I Nr. 79/2026, kundgemacht am 29. Juli 2026) ändert § 57a Abs. 3 KFG. Für Pkw der Klasse M1 (ausgenommen Taxis sowie Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge), Fahrzeuge der Klasse L und Anhänger bis 3.500 kg folgt die erste Begutachtung künftig vier Jahre nach der ersten Zulassung, danach dreimal im Abstand von zwei Jahren und anschließend jährlich. Die Begutachtung darf bis zu vier Monate vor dem vorgesehenen Monat erfolgen, einen Zeitraum nach dem Begutachtungsmonat sieht der neue Gesetzestext nicht mehr vor.
Die neuen Fristen gelten auch für bereits zugelassene Fahrzeuge. Wer nach dem Stichtag eine längere Frist hat, als die Plakette zeigt, kann ohne Begutachtung eine Austauschplakette verlangen. Details zu Übergang und Zeitraum findest du im Ratgeber Pickerl abgelaufen & Strafen.
Was wird beim Pickerl geprüft?
Die §57a-Begutachtung ist eine technische Sicherheitsprüfung, keine Vollinspektion. Was der Begutachter prüft, ist gesetzlich festgelegt und umfasst die sicherheitsrelevanten Bereiche des Fahrzeugs.
Bremsen: Bremswirkung an Vorder- und Hinterachse (Rollenbremsenprüfstand), Bremskraftverteilung, Feststellbremse, Bremshydraulik auf Undichtigkeiten. Abgenutzte Beläge oder schief verschlissene Scheiben führen direkt zum Mangel.
Beleuchtung: Alle Lichter (Abblend- und Fernlicht, Stand-, Brems-, Rück- und Nebelschlusslicht), Fahrtrichtungsanzeiger, Kennzeichenbeleuchtung und Warnblinkanlage. Auch Leuchtweite und korrekte Ausrichtung werden geprüft.
Fahrwerk und Lenkung: Achsspiel, Radlager, Spurstangenköpfe, Traggelenke, Stoßdämpfer (Funktion, nicht auf Prüfstand) und Reifenzustand (Profiltiefe, Schäden, Alterung).
Sicht: Windschutzscheibe (Risse im Sichtfeld des Fahrers sind Mangel), Scheibenwischer und -waschanlage, Rückspiegel.
Karosserie und Rahmen: Sicherheitsrelevante Rostschäden an Rahmen, Unterboden und Radkästen. Kosmetischer Rost ist kein Ablehnungsgrund, tragender Rost schon.
Abgase: CO₂-Messung beim Benziner, Rauchmessung beim Diesel. Euro-6-Fahrzeuge sind in der Regel problemlos; ältere Fahrzeuge mit Katalysator-Problemen können hier scheitern.
Mängel und Nachbesichtigung
Werden beim Pickerl Mängel festgestellt, gibt es drei Stufen: geringfügige Mängel (Pickerl wird erteilt, Mängel werden protokolliert), erhebliche Mängel, im KFG „schwere Mängel“ genannt (keine Plakette, das Fahrzeug darf noch längstens zwei Monate nach der Begutachtung verwendet werden, nicht über die auf der bisherigen Plakette angegebene Frist hinaus, § 57a Abs. 5a KFG) und Mängel mit Gefahr im Verzug (die Behörde kann die Zulassung vorübergehend aussetzen und Zulassungsschein und Kennzeichentafeln abnehmen, § 44a KFG).
Bei erheblichen Mängeln ist eine Nachbesichtigung bei der gleichen oder einer anderen zugelassenen Prüfstelle möglich. Die Nachbesichtigung kostet deutlich weniger als eine vollständige Begutachtung, wenn die Mängel innerhalb der Frist behoben wurden.
Wer sein Fahrzeug selbst wartet, sollte die häufigsten Mangel-Ursachen kennen: abgenutzte Reifen (Profiltiefe unter 1,6 mm), defekte Bremslichter, undichte Bremsflüssigkeitsleitungen, rissige Windschutzscheibe und schlechte Leuchtweite. Diese Punkte lassen sich oft vor dem Pickerl-Termin selbst beheben.
Kosten und Ablauf des §57a-Pickerls
Die Kosten für die §57a-Begutachtung in Österreich variieren je nach Begutachtungsstelle, Fahrzeugklasse und Region. Eine Pkw-Begutachtung kostet laut AK-Wien-Erhebung vom März 2026 inklusive Plakette zwischen 60,30 und 156,40 Euro, im Schnitt rund 94 Euro (ÖAMTC-Mitglieder 60,30 Euro, ARBÖ-Mitglieder 69,90 Euro). Für Motorräder nennt die AK Oberösterreich (Juni 2026) eine Spanne von 28 bis 74,30 Euro bei einem Schnitt von rund 53 Euro. Schwere Fahrzeuge sind teurer.
Berechtigte Begutachtungsstellen in Österreich sind Kfz-Werkstätten mit entsprechender Zulassung sowie ÖAMTC und ARBÖ Stationen. Die Auswahl ist gross – ein Preisvergleich lohnt sich, besonders in Ballungsräumen. Auf oeamtc.at findest du alle autorisierten §57a-Stellen nach PLZ sortiert.
ÖAMTC-Mitglieder profitieren an ÖAMTC-Prüfstellen in der Regel von einem Mitgliederrabatt, ARBÖ-Mitglieder entsprechend bei ARBÖ-Stellen – bei sonst gesetzlich freier Preisgestaltung der Prüfstellen ein Grund mehr, mehrere Anbieter zu vergleichen. Ein kurzer Anruf oder ein Blick auf die jeweilige Website hilft, das günstigste Angebot in der Nähe zu finden, bevor du einen Termin fixierst – gerade bei Motorrädern und Wohnmobilen können sich die Prüfgebühren zwischen den Stellen spürbar unterscheiden.
Der Ablauf: Du bringst das Fahrzeug zur Begutachtungsstelle. Der Prüfunter kontrolliert Beleuchtung, Bremsen, Lenkanlage, Fahrwerk, Abgaswerte, Sicherheitsgurte, Reifen (Profiltiefe, Zustand) und viele weitere Punkte nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Prüfkatalog. Werden keine Mängel gefunden, wird die Begutachtungsplakette ausgestellt und ins Fahrzeugregister eingetragen. Bei geringfügigen Mängeln gibt es die Plakette trotzdem. Bei schweren Mängeln gibt es keine Plakette, das Fahrzeug darf aber noch längstens zwei Monate genutzt werden (§ 57a Abs. 5a KFG). Bei Mängeln mit Gefahr im Verzug (z.B. defekte Bremsen) kann die Behörde die Zulassung aussetzen und Zulassungsschein und Kennzeichen abnehmen.
Pickerl-Vorbereitung: So gehst du sicher durch die Begutachtung
Ein abgewiesenes §57a-Pickerl ist ärgerlich und kostet zusätzliche Zeit und Geld. Mit einer kurzen Selbstprüfung im Vorfeld lässt sich das fast immer vermeiden. Die häufigsten Gründe für das Nicht-Bestehen: Beleuchtungsmängel (defekte Blinker oder Rückleuchten), abgelaufene Reifenprofiltiefe (Minimum 1,6 mm) und defekte Scheinwerfer-Einstellung.
Beleuchtungs-Selbstcheck: An einem ruhigen Parkplatz alle Lichter durchprufen – Abblendlicht, Fernlicht, beide Blinker, Standlichter, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte, Bremslichter (Spiegelkontrolle oder Hilfe einer zweiten Person). Ein defektes Bremslicht ist ein sicherheitsrelevanter Mangel und führt zur sofortigen Ablehnung.
Reifenprüfung: Die Profiltiefe messt du am einfachsten mit einer 1-Euro-Münze: Taucht der goldene Rand komplett ein, ist noch genügend Profil vorhanden. Unter 2 mm Profil wird von Experten ein Reifenwechsel empfohlen – 1,6 mm ist gesetzliches Minimum. Reifenalter beachten: Reifen älter als 8 Jahre sollten auch bei ausreichendem Profil ersetzt werden (Seitenwand-Rissgefahr).
Abgaswerte: Bei älteren Fahrzeugen kann die Abgasuntersuchung problematisch sein. Für eine günstige Vorbereitung: Vor dem Pickerl eine längere Autobahnfahrt, damit der Motor auf Betriebstemperatur kommt und der Katalysator optimal arbeitet. Einen frischen Ölwechsel machen, da Ölverbrauch die Abgaswerte beeinflusst.
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Pickerl-Selbstcheck: diese Helfer sparen eine Nachbegutachtung
Häufige Ablehnungsgründe wie Licht, Reifen und Fehlerspeicher kannst du vorher selbst prüfen.
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Wo kann ich das Pickerl machen?
Begutachtungsstellen für das §57a-Pickerl findest du in ganz Österreich. Die verbreitetsten Optionen: ÖAMTC-Stationen (über 100 in ganz AT, meist Terminbuchung online oder per Telefon), ARBÖ-Stationen (ähnlich verbreitet, oft günstiger), freie Kfz-Werkstätten mit Begutachtigungsberechtigung (liste auf bmk.gv.at) und Händler-Werkstätten grosser Marken.
Preise und Wartezeiten: ÖAMTC und ARBÖ sind meist teurer als freie Werkstätten, bieten aber standardisierte Qualität und oft umfassende Terminverwaltung. Freie Werkstätten können günstiger sein – preis vergleichen lohnt sich bei regelmässiger Begutachtung. Wartezeiten variieren stark: In Peakzeiten (Oktober, März) kann es eine Woche dauern, ausserhalb dieser Zeiten oft am gleichen Tag.
Fahrzeugpapiere mitbringen: Führerschein, Zulassungsschein Teil 1 (der Teil der immer im Fahrzeug ist) und eventuell Prüfdokumente für nachgerüstete Teile (z.B. Nachrüst-Katalysator-Gutachten). Ohne Zulassungsschein keine Begutachtung.
Häufige Mängel beim Pickerl und wie du sie vermeidest
Statistisch gesehen scheitern in Österreich jährlich tausende Fahrzeuge an der §57a-Begutachtung. Die häufigsten Gründe in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit: Beleuchtungsdefekte (Blinker, Rücklicht, Scheinwerfer), abgefahrene Reifen (unter 1,6 mm Profiltiefe), rostbedingte Karosserie- oder Unterbodenmängel, abgenutzte Bremsbeläge und defekte Stossdämpfer.
Selbst prüfbar vor dem Termin: Alle Lichter mit einem Helfer oder im Spiegel testen, Reifenprofil mit Profiltiefenmesser (Werbung) oder Münztest kontrollieren, den Unterboden am Hebebühnen-Werkstatttermin überprüfen lassen wenn das Auto älter als 10 Jahre ist. Stossdämpfer-Test am parkenden Auto: Auf jede Ecke drücken – sollte nicht mehr als einmal nachschwingen.
Ein letzter Tipp: Viele Fahrzeugbesitzer in Österreich nutzen die Zeit zwischen dem Reifenwechsel im Frühjahr und dem Pickerl-Termin sinnvoll. Lass bei dieser Gelegenheit Bremsen, Ölstand und Beleuchtung gleich mit prüfen. Wer zweimal im Jahr zur Werkstatt fährt und dabei jeweils einen umfassenden Check macht, vermeidet böse Überraschungen beim Pickerl und spart langfristig Reparaturkosten. Prüf-Apps wie die ÖAMTC App erinnern dich ausserdem rechtzeitig bevor das Pickerl ausläuft.
Organisatorische Fehler beim Pickerl-Termin – und wie du sie vermeidest
✗ Falsch
Den Prüftermin erst kurz vor Ablauf der Begutachtungsplakette buchen und dadurch bei Mängeln keinen Puffer für die Nachbesserung haben.
✓ Richtig
Den Termin einige Wochen vor Fälligkeit vereinbaren und Verschleißteile wie Bremsen, Reifen und Beleuchtung vorab selbst oder in der Werkstatt checken.
✗ Falsch
Kleinere Mängel wie einen abgelaufenen Verbandskasten oder eine defekte Kennzeichenbeleuchtung ignorieren, weil sie „sicher nicht auffallen“.
✓ Richtig
Vor der Überprüfung eine kurze Checkliste durchgehen: Beleuchtung, Verbandskasten, Warndreieck und Profiltiefe – das vermeidet unnötige Nachbegutachtungen.
✗ Falsch
Nach abgelaufenem Pickerl trotzdem weiterfahren, in der Annahme, eine kurze Strecke falle nicht auf.
✓ Richtig
Bei abgelaufener Begutachtungsplakette das Fahrzeug stehen lassen und zeitnah eine Prüfstelle aufsuchen – die Fahrt ohne gültiges Pickerl ist in Österreich strafbar.
Häufige Fragen zu §57a Pickerl & Hauptuntersuchung AT
Wie oft muss mein PKW zum Pickerl?
PKW, Motorräder und Roller: Erstbegutachtung 3 Jahre nach Erstzulassung, die zweite 2 Jahre später, danach jährlich. Taxis jährlich. Maßgeblich ist § 57a Abs. 3 KFG. Ab 19. Mai 2027 gilt mit der 42. KFG-Novelle (BGBl. I Nr. 79/2026) das Schema 4-2-2-2-1.
Was passiert, wenn ich das Pickerl versäume?
Innerhalb des Begutachtungszeitraums (bis zum Ablauf des vierten Kalendermonats nach dem Plakettenmonat) darf die Begutachtung noch nachgeholt werden, laut ÖAMTC ist in dieser Zeit das Weiterfahren erlaubt. Danach drohen Verwaltungsstrafen mit einem Strafrahmen bis zu 10.000 Euro (§ 134 Abs. 1 KFG). Mehr zu Fristen und Bußgeldern im Ratgeber Pickerl abgelaufen.
Kann ich das Pickerl selbst machen lassen?
Ja. §57a-Begutachtungen führen: ÖAMTC, ARBÖ, sowie autorisierte Kfz-Werkstätten mit §57a-Ermächtigung. Du kannst frei wählen.
Was sind schwere und leichte Mängel?
Das KFG unterscheidet bei der Begutachtung vor allem schwere Mängel und Mängel mit Gefahr im Verzug. Bei schweren Mängeln gibt es keine Plakette, das Fahrzeug darf aber noch längstens zwei Monate nach der Begutachtung verwendet werden, nicht über die auf der bisherigen Plakette angegebene Frist hinaus (§ 57a Abs. 5a KFG). Bei Mängeln mit Gefahr im Verzug kann die Behörde die Zulassung vorübergehend aussetzen und Zulassungsschein und Kennzeichentafeln abnehmen (§ 44a KFG). Geringfügige Mängel werden im Gutachten vermerkt, die Plakette gibt es trotzdem. Ohne Mangel erhält das Fahrzeug die Plakette sofort.
Wann muss das Pickerl-Sticker angebracht werden?
Die Begutachtungsplakette (Pickerl) muss gut sichtbar an der Windschutzscheibe (oder Kotflügel bei Motorrädern) angebracht sein. Fehlt sie, kann eine Strafe folgen.
Gibt es eine Gnadenfrist für das Pickerl?
Das Wort „Gnadenfrist“ kommt im Gesetz nicht vor, einen Spielraum gibt es aber: § 57a Abs. 3 KFG erlaubt bei Pkw, Motorrädern, Quads und leichten Anhängern die Begutachtung vom Beginn des Vormonats bis zum Ablauf des vierten Kalendermonats nach dem Plakettenmonat. Bei einer Plakette mit Juli ist das der Zeitraum von Juni bis Ende November. Für jährlich zu begutachtende Fahrzeuge wie Taxis gilt das nicht: Hier ist die Begutachtung bis zu drei Monate vorher möglich, einen Zeitraum danach gibt es nicht. Ab 19. Mai 2027 entfällt der Zeitraum nach dem Plakettenmonat auch bei Pkw, Motorrädern und leichten Anhängern, Näheres und die Übergangsregeln stehen im Abschnitt Änderungen ab 2027.
Fazit: Das §57a-Pickerl meistern
Das Pickerl ist keine Hürde, sondern eine Sicherheitsprüfung die dich und andere Verkehrsteilnehmer schützt. Ein gepflegtes Fahrzeug mit regelmässig gewarteten Bremsen, Beleuchtung und Reifen besteht die Begutachtung in aller Regel ohne Probleme.
Wer rechtzeitig prüft, bucht und vorbereitet, spart sich den Ärger eines nicht bestandenen Pickerls. Die Vorbereitung dauert mit dem richtigen Wissen nur wenige Stunden – alle wichtigen Schritte dazu findest du weiter oben im Abschnitt „Pickerl-Vorbereitung“.
Das Wichtigste: Lass das Ablaufdatum nie verstreichen. Fahren ohne gültiges Pickerl ist strafbar und kann bei einem Unfall Versicherungsprobleme verursachen. Der Kalender-Eintrag drei Monate vor Ablauf ist die einfachste Massnahme um Probleme zu vermeiden.
Quellen: AK Wien – Kosten der Pickerl-Überprüfung 2026 (Erhebung März 2026), AK Oberösterreich – Moped- und Motorrad-Pickerl (Juni 2026). Stand: 6. November 2026
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