Streckenmaut Österreich: Brenner, Tauern & Arlberg
Streckenmaut Österreich bezeichnet die zusätzliche Mautpflicht auf bestimmten Hochleistungsstraßen, Tunneln und Gebirgspässen.
Die Streckenmaut bezeichnet die zusätzliche Mautpflicht auf bestimmten Hochleistungsstraßen, Tunneln und Gebirgspässen – unabhängig von der Jahresvignette.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Was: Streckenmaut ist eine zusätzliche, streckengebundene Mautgebühr auf ausgewählten österreichischen Autobahnen, Tunneln und Bergstrecken – sie gilt unabhängig von der Vignette.
- Kompatibilität: Gilt für alle Fahrzeugkategorien (PKW, Motorrad, LKW) – die Tarife unterscheiden sich je nach Fahrzeugklasse.
- Schwierigkeit: Einfach – Zahlung an Mautstellen, per App oder online möglich.
- Zeit: Bezahlung an der Mautstelle: ca. 2–5 Minuten; Online-Vorkauf: ca. 5 Minuten.
Was ist Streckenmaut und wo gilt sie in Österreich?
Streckenmaut in Österreich ist eine streckenbezogene Sondermaut, die auf bestimmten Hochleistungsstraßen zusätzlich zur Jahresvignette anfällt. Sie wird von der ASFINAG erhoben und betrifft vor allem Tunnels, Gebirgspässe und stark frequentierte Transitrouten durch die Alpen.
Viele Autofahrerinnen und Autofahrer glauben, mit der Jahresvignette alle österreichischen Autobahnen nutzen zu dürfen. Das stimmt nur zum Teil. Auf bestimmten Strecken verlangt die ASFINAG eine zusätzliche Streckenmaut – und das gilt sowohl für In- als auch für Ausländer. Erfahrungsgemäß sorgt genau dieser Punkt bei Durchreisenden immer wieder für Verwirrung, besonders in der Sommersaison.
Die Streckenmaut wird an speziellen Mautstationen kassiert, die du vor der entsprechenden Strecke passieren musst. Ein Übersehen oder Umfahren dieser Stellen ist nicht nur teür, sondern kann als Mautprellerei gewertet werden. Laut ASFINAG wird die Einhaltung der Mautpflicht regelmäßig kontrolliert.
In Österreich gibt es aktuell folgende mautpflichtige Sonderstrecken:
| Strecke | Abschnitt | Betreiber |
|---|---|---|
| Brennerautobahn (A13) | Innsbruck – Staatsgrenze Brenner | ASFINAG |
| Taürnautobahn (A10) | Golling – Villach (Taürntunnel) | ASFINAG |
| Arlberg Schnellstraße (S16) | Arlbergtunnel (Langen – St. Anton) | ASFINAG |
| Pyhrn Autobahn (A9) | Bosrucktunnel & Gleinalmtunnel | ASFINAG |
| Karawanken Autobahn (A11) | Karawankentunnel | ASFINAG |
| Inntalautobahn (A12) | Perjen-Tunnel | ASFINAG |
| Südautobahn (A2) | Pack- und Schoberpass-Tunnel | ASFINAG |
Gut zu wissen: Die Jahresvignette berechtigt NICHT zur Nutzung von Sondermautstrecken. Streckenmaut und Vignette sind zwei separate Mautpflichten, die gleichzeitig gelten können.
Streckenmaut Brenner: Österreichs meistbefahrene Transitroute
Die Brennerautobahn A13 ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen und gleichzeitig eine der meistbefahrenen mautpflichtigen Strecken Österreichs. Die Maut gilt auf dem österreichischen Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck Innsbruck-Süd und der Staatsgrenze am Brenner.
Wer von Deutschland kommend in Richtung Italien fährt, trifft kurz nach Innsbruck auf die Mautstelle der Brennerautobahn. In der Praxis zeigt sich, dass besonders in den Sommermonaten lange Staus vor der Mautstelle entstehen. Ein bewährter Trick: Nutze die Spur für elektronische Zahlung, wenn du ein kompatibles Gerät hast – das spart oft mehrere Minuten Wartezeit.
Die Mautgebühr auf der Brennerautobahn richtet sich nach der Fahrzeugkategorie. PKW und Motorräder zahlen deutlich weniger als LKW oder Fahrzeuge mit Anhänger. Wichtig: Wer mit Wohnanhänger oder Fahrradträger fährt, kann in eine höhere Kategorie eingestuft werden. Laut KFZ-Experten passiert genau das immer wieder, wenn Urlauber mit beladenen Fahrzeugen die Achsanzahl vergessen.
KFZ-Expertentipp: Erfahrene KFZ-Techniker empfehlen jedem, der regelmäßig den Brenner befährt, die elektronische Mautvignette „GO“ der ASFINAG zu nutzen. Damit fährst du an vielen Mautstellen ohne Anhalten durch die GO-Spur – das reduziert Stresssituationen erheblich, besonders wenn du mit Kindern im Auto unterwegs bist. Prüfe vorher, ob dein Fahrzeug korrekt registriert ist, damit du nicht in die falsche Kategorie eingestuft wirst.
Gut zu wissen: Auf der Brennerautobahn gilt zusätzlich zur Streckenmaut auch die österreichische Vignettenpflicht für den Abschnitt vor der Mautstelle. Beide Pflichten müssen erfüllt sein.
Taürntunnel und Arlbergtunnel: Alpentransit mit Sondermaut
Der Taürntunnel auf der A10 und der Arlbergtunnel auf der S16 gehören zu den längsten und verkehrsreichsten Tunneln Österreichs – beide sind mautpflichtig und erfordern eine separate Zahlung zusätzlich zur Jahresvignette. Wer diese Strecken plant, sollte sich vorab über die aktuellen Tarife informieren.
Der Taürntunnel ist mit rund 6,4 Kilometern Länge einer der bedeutendsten Alpentunnel Österreichs. Er liegt auf der Taürnautobahn A10 zwischen Salzburg und Villach und ist vor allem für Urlauber auf dem Weg nach Kärnten und Slowenien relevant. Erfahrungsgemäß bilden sich hier besonders an Ferienwochenenden im Sommer und zu Weihnachten enorme Staus – manchmal bis zu mehreren Stunden.
Der Arlbergtunnel verbindet Vorarlberg mit Tirol und ist mit über 14 Kilometern Länge einer der längsten Straßentunnel Europas. Wer im Winter auf den Arlberg fährt, sollte beachten, dass der Tunnel als Alternative zur Passstraße gilt – und diese Alternative ist mautpflichtig. Laut Automobilclub-Empfehlungen des ÖAMTC ist der Tunnel vor allem bei Schlechtwetter und Schneefall der sichere Weg.
✗ Falsch
Mit der Jahresvignette einfach durch den Arlbergtunnel fahren, ohne die Streckenmaut zu entrichten – in der Annahme, die Vignette deckt alles ab.
✓ Richtig
Vor der Einfahrt in den Arlbergtunnel an der Mautstelle anhalten und die Streckenmaut separat bezahlen. Die Jahresvignette ist für den Arlbergtunnel keine ausreichende Berechtigung. Alternativ kannst du die Maut vorab online über die ASFINAG-Website kaufen.
✗ Falsch
Fahrzeugkategorie falsch angeben oder vergessen, dass ein Anhänger die Kategorie erhöht – das führt zu Nachzahlungen oder Strafen.
✓ Richtig
Vor der Reise die Fahrzeugkategorie laut ASFINAG-Tabelle prüfen. Fahrzeuge mit Anhänger oder mehr als zwei Achsen fallen in eine höhere Mautkategorie. Im Zweifel beim ÖAMTC nachfragen.
✗ Falsch
Annehmen, dass die Streckenmaut nur für ausländische Fahrzeuge gilt – viele österreichische Autofahrer glauben das irrtümlich.
✓ Richtig
Die Streckenmaut gilt für alle Fahrzeuge unabhängig vom Zulassungsland. Österreicher zahlen genauso wie Touristen aus Deutschland oder der Schweiz.
Gut zu wissen: Taürntunnel und Arlbergtunnel sind mautpflichtig – zusätzlich zur Jahresvignette. Plane die Mautkosten bei langen Urlaubsfahrten unbedingt ein.
Wie bezahlst du die Streckenmaut in Österreich?
Die Streckenmaut in Österreich kann auf mehreren Wegen entrichtet werden: direkt an der Mautstelle in bar oder per Karte, elektronisch über das GO-System oder vorab online über die ASFINAG-Website. Welcher Weg der sinnvollste ist, hängt von deiner Reiseplanung ab.
An den Mautstellen selbst stehen in der Regel mehrere Spuren zur Verfügung. Die klassische Barzahlung funktioniert immer, kann aber bei hohem Verkehrsaufkommen zu Wartezeiten führen. Kartenzahlung ist an den meisten österreichischen Mautstellen möglich – Kreditkarten und gängige Debitkarten werden akzeptiert.
Wer häufig mautpflichtige Strecken befährt, sollte das elektronische Mautsystem „GO“ der ASFINAG in Betracht ziehen. Mit einem GO-Box-Gerät am Fahrzeug wird die Maut automatisch abgebucht, ohne anhalten zu müssen. In der Praxis zeigt sich, dass dieses System besonders für Pendler und Vielfahrer eine enorme Zeitersparnis bringt.
Für Gelegenheitsfahrer ist der Online-Vorkauf über die offizielle ASFINAG-Website eine praktische Alternative. Dort kannst du Streckenmautvignetten für einzelne Fahrten kaufen und erhältst eine digitale Bestätigung. Drucke diese aus oder speichere sie auf dem Smartphone – an der Mautstelle reicht die Vorlage.
KFZ-Expertentipp: In der Werkstatt fragen mich Kunden oft, ob sie die Streckenmaut auch nachträglich bezahlen können. Die Antwort ist klar: Nein. Wer eine Mautstelle passiert, ohne zu zahlen, riskiert eine empfindliche Nachzahlung plus Verwaltungsstrafe. Viele Werkstätten raten daher, sich vor jeder längeren Österreich-Reise kurz die mautpflichtigen Strecken auf der ASFINAG-Karte anzusehen – das dauert keine drei Minuten und erspart böse Überraschungen.
Gut zu wissen: Streckenmaut kann bar, per Karte, elektronisch (GO-Box) oder online im Voraus bezahlt werden. Eine nachträgliche Zahlung nach dem Passieren der Mautstelle ist nicht möglich.
Jahresvignette und Streckenmaut: Was gilt wo?
Die österreichische Jahresvignette und die Streckenmaut sind zwei separate Mautpflichten, die sich gegenseitig nicht ersetzen. Wer auf Sondermautstrecken fährt, braucht beides – sowohl eine gültige Jahresvignette als auch die entsprechende Streckenmaut.
Die Vignette berechtigt zur Nutzung des gesamten österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetzes – mit Ausnahme der Sondermautstrecken. Das klingt kompliziert, ist in der Praxis aber gut nachvollziehbar: Überall dort, wo du eine eigene Mautstelle siehst, gilt die Streckenmaut. Ohne Mautstelle reicht die Vignette.
Laut KFZ-Experten ist die häufigste Frage von Touristen: „Ich habe doch schon die Vignette – warum muss ich nochmal zahlen?“ Die Antwort liegt im Straßenbaurecht: Sondermautstrecken wurden mit erheblichem Aufwand errichtet (Tunnelbohrungen, Brücken, alpine Infrastruktur) und werden durch eigene Mauteinnahmen finanziert.
Für bestimmte Fahrzeuge oder Personengruppen gibt es in Österreich Mautbefreiungen. Informiere dich dazu auf unserer Seite zur Mautbefreiung in Österreich, wo alle Ausnahmen übersichtlich zusammengefasst sind.
Gut zu wissen: Jahresvignette ≠ Streckenmaut. Auf Sondermautstrecken wie Brenner, Taürntunnel oder Arlbergtunnel musst du beides vorweisen können.
Rechtliche Grundlagen der Streckenmaut in Österreich
Die Streckenmaut in Österreich ist im Bundesstraßen-Mautgesetz (BStMG) geregelt, das die ASFINAG als Betreiberin des hochrangigen Straßennetzes zur Einhebung von Mautgebühren ermächtigt. Wer die Maut nicht entrichtet, begeht eine Verwaltungsübertretung.
Das BStMG unterscheidet zwischen der streckenbezogenen Maut (Streckenmaut) und der zeitabhängigen Maut (Vignette). Beide Mautformen können gleichzeitig gelten. Die genauen Tarife werden von der ASFINAG jährlich festgesetzt und vom Bundesministerium für Klimaschutz genehmigt.
Wer eine Mautstelle ohne Zahlung passiert, wird als Mautpreller eingestuft. In der Praxis zeigt sich, dass die ASFINAG Fahrzeuge mit Kamerasystemen überwacht. Erwischte Mautpreller müssen nicht nur die Maut nachzahlen, sondern auch eine Verwaltungsstrafe entrichten. Bei ausländischen Fahrzeugen kann die Strafe noch an der Grenze eingehoben werden.
Für alle rechtlichen Fragen rund um das Thema Maut und Verkehrsrecht empfehle ich einen Blick in unseren Ratgeber Recht & Gesetze, wo österreichische Verkehrsvorschriften verständlich erklärt werden.
Gut zu wissen: Mautprellerei ist in Österreich eine Verwaltungsübertretung und wird mit empfindlichen Strafen geahndet. Zahle immer vor der Einfahrt in die mautpflichtige Strecke.
Häufige Fragen zu Streckenmaut Österreich
Was kostet die Streckenmaut am Brenner?
Die genauen Tarife für die Brennerautobahn A13 legt die ASFINAG jährlich fest und veröffentlicht sie auf ihrer Website. Die Gebühr richtet sich nach der Fahrzeugkategorie – PKW zahlen weniger als LKW oder Fahrzeuge mit Anhänger. Aktuelle Preise findest du direkt auf asfinag.at, da sich die Tarife von Jahr zu Jahr ändern können.
Gilt die Vignette auf Mautstraßen wie dem Arlbergtunnel?
Nein, die österreichische Jahresvignette gilt nicht als Ersatz für die Streckenmaut. Auf Sondermautstrecken wie dem Arlbergtunnel, dem Taürntunnel oder der Brennerautobahn musst du zusätzlich zur Vignette eine eigene Streckenmaut entrichten. Beide Mautpflichten bestehen unabhängig voneinander.
Wie bezahle ich die Streckenmaut in Österreich?
Du kannst die Streckenmaut direkt an der Mautstelle in bar oder per Karte bezahlen. Alternativ gibt es das elektronische GO-System der ASFINAG, bei dem die Maut automatisch per GO-Box abgebucht wird. Ein Online-Vorkauf über die ASFINAG-Website ist ebenfalls möglich – die digitale Bestätigung reicht an der Mautstelle als Nachweis.
Welche Straßen haben Streckenmaut in Österreich?
In Österreich gibt es mehrere mautpflichtige Sonderstrecken: die Brennerautobahn A13, den Taürntunnel auf der A10, den Arlbergtunnel auf der S16, den Bosruck- und Gleinalmtunnel auf der A9, den Karawankentunnel auf der A11 sowie weitere Tunnels auf der A2 und A12. Alle Strecken werden von der ASFINAG betrieben.
Gilt die Streckenmaut auch für Motorräder?
Ja, die Streckenmaut in Österreich gilt grundsätzlich für alle motorisierten Fahrzeuge, also auch für Motorräder. Die Tarife für Motorräder sind in der Regel niedriger als für PKW. Motorradfahrer sollten sich vor der Reise über die aktuellen Tarife auf der ASFINAG-Website informieren.
Gibt es eine Mautbefreiung von der Streckenmaut Österreich?
Für bestimmte Fahrzeuge und Personengruppen gibt es in Österreich Ausnahmen von der Mautpflicht – etwa für Einsatzfahrzeuge, Fahrzeuge mit bestimmten Behindertenausweisen oder in Sonderfällen. Die genauen Bedingungen sind im Bundesstraßen-Mautgesetz geregelt. Alle Details zu Ausnahmen findest du auf unserer Seite zur Mautbefreiung in Österreich.
Fazit
Die Streckenmaut in Österreich ist ein eigenständiges Mautsystem, das neben der Jahresvignette gilt. Wer auf der Brennerautobahn, durch den Arlbergtunnel oder über die Taürnautobahn fährt, muss zusätzlich zahlen – unabhängig von der Nationalität oder dem Fahrzeugtyp. In der Praxis zeigt sich, dass eine kurze Reiseplanung mit Blick auf die mautpflichtigen Strecken viele Überraschungen verhindert. Nutze die ASFINAG-Website für aktuelle Tarife und Streckenkarten. Für alle weiteren Fragen rund um Vignette und Mautrecht steht dir unser Ratgeber zur Verfügung – dort findest du alle österreichischen Regelungen kompakt erklärt.
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