Motorradhandschuhe – CE-Norm, Saison & Bedienung

Motorradhandschuhe schützen deine Hände bei einem Sturz und sind ein unverzichtbarer Teil der Motorrad-Schutzausrüstung.

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schützen deine Hände bei einem Sturz und sind ein unverzichtbarer Teil der Motorrad-Schutzausrüstung. Im Winter zählt zusätzlich die Wasserdichtigkeit stark.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was: Motorradhandschuhe sind Schutzausrüstung für die Hände – mit Protektoren, verstärkten Zonen und CE-Zertifizierung nach EN 13594.
  • Kompatibilität: Universell einsetzbar für alle Motorradtypen – von Naked Bike über Tourer bis Enduro; Passform nach Handumfang wählen.
  • Schwierigkeit: Einfach – kein Werkzeug, keine Montage nötig, nur die richtige Größe und Norm beachten.
  • Zeit: Kaufentscheidung ca. 15–30 Minuten; Anprobe in der Filiale empfohlen.

CE-Norm bei Motorradhandschuhen: Was steckt dahinter?

Die CE-Kennzeichnung nach EN 13594 ist der entscheidende Qualitätsnachweis für Motorradhandschuhe. Sie unterscheidet zwei Schutzlevel und gibt dir als Käufer eine verlässliche Orientierung, welchen Aufprallschutz du tatsächlich bekommst – unabhängig von Marke oder Design.

Motorradhandschuhe fallen in der EU unter die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Kategorie II. Die maßgebliche Norm heißt EN 13594:2015 und definiert zwei Schutzlevel: Level 1 für den Alltag und Level 2 für sportliche oder hochbeanspruchte Einsätze. Laut KFZ-Experten macht dieser Unterschied im Ernstfall einen erheblichen Unterschied beim Schutz der Handfläche und der Knöchelregion.

Level 1 erfüllt Mindestanforderungen an Abriebfestigkeit und Stoßdämpfung – ausreichend für kurze Stadtfahrten und gemäßigte Geschwindigkeiten. Level 2 verlangt deutlich höhere Werte beim Durchschlagtest und beim Abrieb. Erfahrungsgemäß greifen Tourenfahrer und Sportfahrer in Österreich bevorzugt zu Level-2-Handschuhen, weil auf Bundesstraßen und Autobahnen die Aufprallenergie bei einem Sturz wesentlich größer ist.

Erkennbar ist die Norm am CE-Label im Handschuh selbst. Dort findest du neben dem CE-Zeichen auch den Schutzlevel (1 oder 2) sowie den Hinweis auf die geprüfte Norm. Fehlt dieses Label, handelt es sich rechtlich gesehen nur um einen Freizeithandschuh – ohne jede Schutzgarantie. In der Praxis zeigt sich, dass günstige Importware ohne CE-Kennzeichnung zwar optisch ansprechend wirken kann, im Ernstfall aber versagt.

Gut zu wissen: Achte beim Kauf immer auf das CE-Label nach EN 13594 direkt im Handschuh. Level 2 bietet deutlich mehr Schutz als Level 1 und ist für Überland- und Autobahnfahrten in Österreich empfehlenswert.

KFZ-Expertentipp: Erfahrene KFZ-Techniker sagen Kunden in der Werkstatt immer: Schau beim Kauf nicht zürst aufs Design, sondern dreh den Handschuh um und such das CE-Label. Steht dort nichts oder nur „CE“ ohne Normangabe, lass die Finger davon. Ein Level-2-Handschuh nach EN 13594 kostet nicht zwingend mehr – er ist aber im Sturz der Unterschied zwischen einem Schürfer und einem Knochenbruch.

Sommer- oder Winterhandschuhe – die richtige Wahl nach Saison

Die Wahl zwischen Sommer- und Winterhandschuhen hängt in Österreich stark vom Fahrzeitraum ab. Wer ganzjährig fährt, braucht mindestens zwei Paar – denn ein dünner Sommerhandschuh bei Minusgraden führt zu gefährlich eingeschränkter Griffkraft und Reaktionsfähigkeit.

Sommerhandschuhe sind aus Mesh-Gewebe oder perforiertem Leder gefertigt. Sie sorgen für optimale Belüftung und sind leicht – ideal für Temperaturen ab etwa 15 Grad aufwärts. Erfahrungsgemäß wählen österreichische Motorradfahrer für die Hauptsaison von Mai bis September einen kurzen oder mittellangen Sommerhandschuh mit CE-Level 1 oder 2.

Winterhandschuhe hingegen setzen auf wasserdichte Membranen wie Gore-Tex oder vergleichbare Laminate, dicke Isolationsschichten und oft beheizte Einlagen. In Österreich ist die Motorrad-Saison im Flachland zwar auf Frühjahr bis Herbst konzentriert, aber im Alpenraum kann es selbst im Mai noch empfindlich kalt werden. Laut ÖAMTC-Empfehlungen sollte die Griffkraft bei jeder Außentemperatur uneingeschränkt erhalten bleiben – das gelingt nur mit dem passenden Handschuh zur Jahreszeit.

Übergangshandschuhe kombinieren beide Welten: Sie sind wasserdicht, aber nicht zu warm – gut für den Herbst und das österreichische Aprilwetter. Viele Modelle bieten abnehmbare Innenhandschuhe, was die Einsatzbandbreite erhöht. In der Praxis zeigt sich, dass Tourenfahrer, die auch im Herbst noch Pässe überqueren, mit einem hochwertigen Übergangshandschuh gut beraten sind.

Typ Temperaturbereich Material Einsatz AT
Sommerhandschuh ab +15 °C Mesh, perforiertes Leder Mai–September, Flachland & Alpen
Übergangshandschuh +5 °C bis +20 °C Textil mit Membran April, Oktober, Hochlagen
Winterhandschuh bis −10 °C Leder/Textil + Isolation Ganzjahresfahrer, Alpenregion
Beheizter Handschuh ab −15 °C Textil + Heizelemente Extremeinsatz, Wintertouren

Gut zu wissen: Für österreichische Verhältnisse empfiehlt sich mindestens ein Sommer- und ein Übergangshandschuh. Wer im Herbst noch Alpenpässe befährt, sollte zusätzlich einen Winterhandschuh griffbereit haben.

Passform und Größenwahl: So sitzt der Handschuh richtig

Ein schlecht sitzender Motorradhandschuh schützt nicht zuverlässig – weder zu groß noch zu eng. Die richtige Passform ist genauso wichtig wie die CE-Norm, denn nur ein eng anliegender Handschuh überträgt Protektorkräfte korrekt auf die Hand.

Die Größenbestimmung erfolgt über den Handumfang, gemessen an der breitesten Stelle der Handfläche ohne den Daumen. In Österreich sind die Größen meist nach EU-Norm angegeben (S, M, L, XL, XXL), teilweise auch in Zoll. Die häufigste Größe bei männlichen Motorradfahrern in Österreich liegt erfahrungsgemäß zwischen L und XL – das entspricht einem Handumfang von etwa 22 bis 25 cm.

Beim Anprobieren gilt: Finger sollten bis zur Spitze reichen, ohne dass Stoff überhängt. Protektoren müssen exakt über Knöchel und Handrücken sitzen. Ein zu weiter Handschuh kann sich im Sturz verschieben und schützt dann nicht mehr dort, wo er soll. Erfahrene Mechaniker empfehlen, den Handschuh vor dem Kauf tatsächlich anzuprobieren und dabei das Motorradlenker-Gefühl zu simulieren – also die Hände leicht gebeugt zu halten.

✗ Falsch

Handschuhe nach Optik oder Preis kaufen, ohne die Größe zu messen – das führt zu schlechter Passform und eingeschränktem Schutz.

✓ Richtig

Handumfang messen, Größentabelle des Herstellers nutzen und den Handschuh wenn möglich anprobieren. Protektoren müssen exakt über den Knöcheln sitzen – nur dann greift der CE-Schutz zuverlässig.

✗ Falsch

Sommerhandschuhe auch im Herbst oder bei Regen verwenden – nasse, kalte Hände verlieren schnell die Griffkraft am Lenker.

✓ Richtig

Ab Temperaturen unter 10 °C auf einen Übergangs- oder Winterhandschuh mit Membran wechseln. In Österreich kann es auf Alpenpässen selbst im Frühsommer unter 5 °C haben.

✗ Falsch

Handschuhe ohne CE-Kennzeichnung kaufen, weil sie günstiger oder modischer aussehen.

✓ Richtig

Immer auf das CE-Label nach EN 13594 achten. Nur so ist sichergestellt, dass der Handschuh geprüften Aufprallschutz bietet und als PSA-Kategorie-II-Produkt gilt.

Gut zu wissen: Passform ist kein Komfortthema – sie ist Sicherheit. Ein verschobener Protektor im Sturz schützt nicht. Immer anprobieren und Handumfang messen.

Protektoren, Material und Preis-Segmente

Motorradhandschuhe unterscheiden sich erheblich in Materialwahl und Protektor-Ausstattung – und damit auch im Schutzniveau. Leder gilt als klassisch robust, moderne Textilmaterialien überzeugen durch Flexibilität und Wetterschutz.

Lederhandschuhe aus Rind- oder Ziegenleder bieten hohe Abriebfestigkeit und ein direktes Griffgefühl. Sie sind bei Sportfahrern und Klassik-Liebhabern in Österreich nach wie vor sehr gefragt. Textilhandschuhe aus Cordura oder ähnlichen Hochleistungsgeweben sind leichter, oft wasserdichter und bieten mehr Flexibilität – ideal für Tourenfahrer.

Protektoren bestehen heute meist aus viskölastischem Schaum (z. B. D3O) oder Hartschalen-Einsätzen. Beide Varianten können CE-Level 2 erfüllen. Viskölastische Protektoren passen sich der Handform an und sind angenehmer zu tragen, Hartschalen bieten bei punktüllem Aufprall etwas mehr Schutz.

Segment Typische Ausstattung Für wen geeignet
Einsteiger CE Level 1, Textil, Basisprotektoren Gelegenheitsfahrer, Stadtverkehr
Mittelklasse CE Level 2, Leder oder Textil, D3O-Protektor Tourenfahrer, häufige Nutzung
Premium CE Level 2, Vollleder, Carbon-Knöchelschutz, Membran Sportfahrer, Ganzjahresnutzung

KFZ-Expertentipp: Viele Werkstätten raten Kunden immer: Investiert lieber etwas mehr ins Mittelklasse-Segment mit CE Level 2 und D3O-Protektor. Diese Handschuhe sind im Alltag angenehm zu tragen, halten mehrere Saisonen und bieten echten Schutz – das ist nachhaltiger als jährlich billige Einsteiger-Handschuhe zu ersetzen. Gerade auf österreichischen Bergstraßen, wo Schotter und enge Kurven lauern, ist das kein Luxus.

Gut zu wissen: Das Mittelklasse-Segment mit CE Level 2 bietet für die meisten österreichischen Motorradfahrer das sinnvollste Verhältnis aus Schutz, Tragekomfort und Haltbarkeit.

Touchscreen-Kompatibilität und Bedienkomfort

Moderne Motorradhandschuhe bieten häufig touchscreenfähige Fingerkuppen – ein praktisches Feature für die Navigation per Smartphone oder GPS-Gerät. In der Praxis zeigt sich aber, dass die Qualität dieser Funktion stark variiert.

Touchscreen-Kompatibilität wird über leitfähige Fasern im Daumen und Zeigefinger realisiert. Günstigere Modelle verlieren diese Funktion nach wenigen Wäschen oder bei Nässe. Hochwertigere Handschuhe nutzen speziell eingewobene Metallfasern, die dauerhaft funktionieren. Laut KFZ-Experten ist das besonders für Fahrer relevant, die ihr Smartphone als Navi nutzen und an Ampeln kurz die Route anpassen wollen.

Erfahrungsgemäß empfiehlt sich für österreichische Verhältnisse ein Handschuh, bei dem zumindest Daumen und Zeigefinger der rechten Hand touchscreenfähig sind. Das reicht für die meisten Navigationsaufgaben. Wer ein Motorrad-Interkom oder ein fest verbautes Navi nutzt, braucht diese Funktion hingegen weniger dringend.

Generell gilt: Touchscreen-Funktion ist ein Komfort-Feature, das den Sicherheitsstandard nicht ersetzen kann. Ein Handschuh mit CE Level 2, aber ohne Touchscreen ist immer einem Modell ohne CE-Norm vorzuziehen. Die Sicherheit steht an erster Stelle – das Smartphone lässt sich auch kurz nach dem Anhalten bedienen.

Passend zu deinen Motorradhandschuhen findest du auf kfz-teile.at weitere Motorrad-Schutzkleidung sowie Infos zur Motorradjacke und zur Motorradhose. Alle drei Komponenten zusammen bilden einen sinnvollen Schutzanzug für österreichische Straßen. Mehr rund ums Motorrad findest du im Motorrad-Bereich auf kfz-teile.at.

Gut zu wissen: Touchscreen-Kompatibilität ist ein nützliches Extra, aber kein Kaufkriterium. CE-Norm und Passform haben immer Vorrang. Teste die Funktion beim Kauf auf einem echten Display.

Häufige Fragen zu Motorradhandschuhen

Sind CE-zertifizierte Motorradhandschuhe wirklich wichtig?

Ja, CE-zertifizierte Motorradhandschuhe nach EN 13594 sind entscheidend für deinen Schutz. Nur geprüfte Handschuhe garantieren definierte Mindeststandards bei Abriebfestigkeit und Stoßdämpfung. In Österreich empfiehlt der ÖAMTC ausdrücklich CE-geprüfte Schutzausrüstung – ungekennzeichnete Handschuhe bieten im Sturz keinen verlässlichen Schutz und gelten rechtlich nicht als PSA.

Wann brauche ich Sommer- statt Winterhandschuhe beim Motorradfahren?

Sommerhandschuhe sind für Temperaturen ab etwa 15 °C geeignet und sorgen für optimale Belüftung. Unter 10 °C solltest du auf Übergangs- oder Winterhandschuhe mit Membran und Isolierung wechseln, da kalte Hände die Griffkraft am Lenker erheblich reduzieren. In Österreich, besonders auf Alpenpässen, kann die Temperatur auch im Frühjahr schnell abfallen – ein Übergangshandschuh gehört daher in jeden Motorradrucksack.

Ist ein Knöchel-Protektor bei Motorradhandschuhen Pflicht?

Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Knöchelprotektor in Österreich nicht – das Motorradfahren ohne Handschuhe ist rechtlich erlaubt. Empfehlenswert ist ein Knöchelschutz aber unbedingt: Der Handrücken und die Knöchelregion sind bei einem Sturz besonders gefährdet. CE Level 2 nach EN 13594 schreibt geprüften Knöchelschutz vor, weshalb Level-2-Handschuhe von Sicherheitsexperten und dem ÖAMTC klar empfohlen werden.

Können Motorradhandschuhe Smartphones per Touchscreen bedienen?

Viele moderne Motorradhandschuhe sind mit touchscreenfähigen Fingerkuppen ausgestattet, meist an Daumen und Zeigefinger. Die Qualität dieser Funktion variiert stark: Günstigere Modelle verlieren die Leitfähigkeit nach wenigen Wäschen, hochwertigere Handschuhe nutzen dauerhaft leitfähige Metallfasern. Teste die Funktion beim Kauf direkt auf einem Smartphone-Display. Wichtig: Die CE-Norm und Passform haben beim Kauf immer Vorrang vor dem Touchscreen-Feature.

Weitere Informationen zu österreichischen Empfehlungen für Motorradschutzausrüstung findest du beim ARBÖ – Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs.

Fazit

Motorradhandschuhe sind mehr als ein modisches Accessoire – sie sind ein wesentlicher Teil deiner Schutzausrüstung auf österreichischen Straßen und Pässen. Entscheidend beim Kauf sind die CE-Zertifizierung nach EN 13594 (idealerweise Level 2), die richtige Saisonwahl und eine exakte Passform. Ein zu weiter oder zu enger Handschuh schützt im Ernstfall nicht zuverlässig. Touchscreen-Kompatibilität ist ein praktisches Extra, das aber niemals über Sicherheitsstandards gestellt werden sollte. In der Praxis zeigt sich, dass ein Handschuh im Mittelklasse-Segment mit D3O-Protektor für die meisten Motorradfahrer in Österreich die sinnvollste Wahl ist. Vergleiche passende Modelle direkt über das Widget oben und kombiniere deinen Handschuh mit einer geprüften Motorradjacke und Motorradhose für vollständigen Schutz.

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