Motorradhelm – Typen, Größe & ECE-Norm

Motorradhelm – der einzige Schutz, der im Ernstfall wirklich zählt.

Jetzt bei Amazon suchen →

100%
GRATIS
AT
Österreich-Fokus
Unabhängig

– der einzige Schutz, der im Ernstfall wirklich zählt. Dieser Ratgeber erklärt alle Helmtypen von Integral bis Jethelm, zeigt dir wie du deine Kopfgröße.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Was: Schutzhelm für Motorradfahrerinnen und -fahrer – Pflichtausrüstung laut österreichischem Straßenverkehrsrecht (§ 106 StVO)
  • Kompatibilität: Motorrad, Roller, Quad, Moped – für alle motorisierten Zweiräder und Quads mit Helmpflicht
  • Norm: ECE 22.06 ist seit 2023 die gültige Mindestanforderung für neu zugelassene Helme im EU-Raum
  • Schwierigkeit: Einfach – Helm auswählen, Größe messen, Passform prüfen
  • Zeit: Helmkauf inkl. Anprobe ca. 30–60 Minuten

Welche Motorradhelm-Typen gibt es?

Motorradhelme werden in drei Hauptklassen eingeteilt: Integralhelm, Klapphelm und Jethelm. Jeder Typ bietet unterschiedliche Schutzgrade und eignet sich für verschiedene Fahrstile – von der Alltagspendlerin bis zum Tourenfahrer auf langen Alpenpässen.

Der Integralhelm ist der Klassiker unter den Motorradhelmen und bietet den umfassendsten Schutz. Kinn, Wangen, Hinterkopf und Nacken sind vollständig umschlossen. Erfahrungsgemäß ist dieser Helmtyp bei Sportfahrerinnen und Tourenfahrern in Österreich mit Abstand am weitesten verbreitet – und das aus gutem Grund. Bei einem Sturz ist das Kinn besonders gefährdet, und genau hier schützt der Integralhelm am zuverlässigsten.

Der Klapphelm kombiniert den Schutz eines Integralhelms mit der Alltagspraktikabilität eines Jethelms. Das Kinnstück lässt sich hochklappen, was das Auf- und Absetzen erleichtert – besonders beliebt bei Pendlern und Stadtfahrern. Wichtig zu wissen: Nicht jeder Klapphelm darf mit geöffnetem Visier gefahren werden. Achte auf die ECE-Zulassung als Integralhelm (P/J-Kennzeichnung), wenn du das planst.

Der Jethelm lässt Gesicht und Kinn frei. Er bietet das größte Sichtfeld und ein angenehmes Tragegefühl, vor allem im Stadtverkehr oder auf kurzen Strecken. Laut KFZ-Experten ist der Jethelm bei Rollerfahrerinnen und älteren Motorradfahrern besonders gefragt, weil er leichter auf- und abzusetzen ist. Der Kinnbereich bleibt jedoch ungeschützt – das ist der wesentliche Nachteil gegenüber dem Integralhelm.

Daneben gibt es noch den Crosshelm (Offroad-Helm) für Geländefahrerinnen und den Halbschalenhelm, der jedoch in Österreich nur eingeschränkt empfehlenswert ist, da er nur minimalen Schutz bietet und bei vielen Versicherungen im Schadensfall kritisch bewertet wird.

Gut zu wissen: Für den österreichischen Straßenverkehr empfiehlt der ÖAMTC grundsätzlich Integral- oder Klapphelme. Der Schutzunterschied zum Jethelm ist bei einem Frontalaufprall erheblich – das Kinn ist bei Motorradunfällen eine der häufigsten Auftreffzonen.

KFZ-Expertentipp: In der Werkstatt sehen erfahrene KFZ-Techniker immer wieder Motorradfahrer, die ihren Helm nach einem Sturz einfach weiterbenutzen – weil von außen nichts zu sehen ist. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Der Styropor-Innenkern eines Helms bricht beim Aufprall und verliert seine Schutzwirkung, auch wenn die Außenschale makellos aussieht. Nach jedem Sturz – egal wie harmlos er wirkt – gehört der Helm ausgetauscht oder zumindest vom Hersteller geprüft.

✗ Falsch

Helmtyp ausschließlich nach Optik oder Marke auswählen, ohne auf ECE-Zulassung und Passform zu achten.

✓ Richtig

Zürst den Einsatzzweck definieren (Stadtverkehr, Touring, Sport), dann Helmtyp wählen und immer auf gültige ECE 22.06-Kennzeichnung achten. Die Passform ist dabei wichtiger als das Modell – ein schlecht sitzender Helm schützt nicht zuverlässig.

Motorradhelm Größe richtig messen

Die richtige Helmgröße ist entscheidend für den Schutz. Zu große Helme können sich beim Aufprall verschieben, zu kleine drücken und verursachen Kopfschmerzen. Mit einem einfachen Maßband lässt sich die passende Größe in wenigen Sekunden ermitteln.

Die Kopfgröße wird am Kopfumfang gemessen – und zwar an der breitesten Stelle. Lege das Maßband etwa zwei Fingerbreit über den Augenbrauen an, führe es seitlich über die Schläfen und dann um den Hinterkopf. Der gemessene Wert in Zentimetern entspricht deiner Helmgröße. In der Praxis zeigt sich, dass viele Motorradfahrerinnen und -fahrer ihren Kopfumfang falsch einschätzen – entweder messen sie zu locker oder vergessen die Stirn einzubeziehen.

Die gängigen Helmgrößen reichen von XS (53–54 cm) über S, M, L, XL bis hin zu XXL (63–64 cm). Aber Achtung: Jeder Hersteller hat seine eigene Passform-Philosophie. Ein Helm der Größe M von Hersteller A kann sich völlig anders anfühlen als ein M von Hersteller B. Erfahrungsgemäß sollte man Helme immer persönlich anprobieren – Online-Kauf ohne vorherigen Anprobe-Vergleich birgt das Risiko, dass der Helm zwar der richtigen Größe entspricht, aber die Kopfform nicht passt.

Kopfformen werden grob in rund (oval-rund) und längsoval unterschieden. Europäische Helme sind häufig für leicht längsovale Kopfformen ausgelegt. Wenn du nach dem Aufsetzen an Schläfen oder Stirn Druckpunkte spürst, ist die Kopfform des Helms nicht ideal für dich – auch wenn die Größe stimmt.

Ein richtig sitzender Helm lässt sich mit leichtem Kraftaufwand aufsetzen und sitzt dann fest, ohne zu drücken. Wenn du den Helm nach vorne und hinten schieben kannst, ohne dass sich die Wangen mitbewegen, ist er zu groß. Der ÖAMTC empfiehlt, den Helm mindestens 30 Minuten anzuprobieren, bevor man eine Kaufentscheidung trifft.

Gut zu wissen: Kopfumfang messen, Kopfform berücksichtigen, mindestens 30 Minuten tragen – erst dann ist die Helmgröße wirklich geprüft. Größentabellen sind ein Ausgangspunkt, kein Ersatz für die Anprobe.

✗ Falsch

Den Helm nur kurz aufsetzen und bei „kein Drücken“ sofort kaufen – nach 20 Minuten Fahrt entstehen oft erst die eigentlichen Druckpunkte.

✓ Richtig

Helm mindestens 20–30 Minuten aufbehalten, Kopf bewegen, Kinnriemen schließen und prüfen, ob sich der Helm beim Schütteln verschiebt. Erfahrene Motorradhändlerinnen und -händler helfen bei der Passformanalyse.

✗ Falsch

Einen gebrauchten Helm kaufen, ohne dessen Vorgeschichte zu kennen – Stürze sind von außen oft nicht erkennbar.

✓ Richtig

Gebrauchte Helme nur von vertrauenswürdigen Personen kaufen, deren Helmgeschichte du kennst. Im Zweifel lieber neu kaufen – der Schutz ist es wert.

ECE 22.06 – Was die Norm bedeutet

ECE 22.06 ist die aktuelle europäische Prüfnorm für Motorradhelme und seit 2023 verbindlich für alle neu in den EU-Markt gebrachten Helme. Sie ersetzt die ältere ECE 22.05 und stellt deutlich höhere Anforderungen an Schutzwirkung, Sichtfeld und Befestigungssysteme.

Die Abkürzung ECE steht für „Economic Commission for Europe“ – das Regelwerk der UN-Wirtschaftskommission für Europa. Die Zahl 22 bezeichnet den Regelungsbereich (Schutzhelme für Kraftradfahrer), und die Ziffer nach dem Punkt gibt die Revision an. ECE 22.06 ist also die sechste überarbeitete Fassung dieser Norm.

Was hat sich gegenüber ECE 22.05 geändert? Die neue Norm testet Helme unter realistischeren Bedingungen. Unter anderem wurden schräge Aufprallwinkel neu eingeführt, die bei echten Motorradunfällen häufig vorkommen. Auch die Prüfung der Rotationsbeschleunigung – also wie stark sich der Kopf beim Aufprall dreht – wurde verschärft. Das ist deshalb wichtig, weil Rotationsbeschleunigungen eine Hauptursache für Hirnverletzungen sind.

Erkennbar ist die Zertifizierung am E-Kennzeichen auf dem Helm: ein Kreis mit einem E und einer Ländernummer (z. B. E1 für Deutschland, E4 für Österreich), gefolgt von der Regelungsnummer 22-06. Dieses Kennzeichen muss dauerhaft am Helm angebracht sein. Laut KFZ-Experten sollte man beim Helmkauf immer zürst dieses Kennzeichen prüfen – Helme ohne gültige ECE-Zulassung sind in Österreich im Straßenverkehr nicht zulässig.

Helme mit der älteren ECE 22.05-Zulassung dürfen in Österreich weiterhin verwendet werden, solange sie noch in gutem Zustand sind. Für Neuanschaffungen empfiehlt sich jedoch ausschließlich ECE 22.06 – der Schutzunterschied ist messbar. Weitere Informationen zur Helmsicherheit findest du direkt beim ÖAMTC Motorrad-Bereich.

Gut zu wissen: ECE 22.06 ist seit 2023 Pflicht für neue Helme im EU-Handel. Das E-Kennzeichen mit der Nummer 22-06 ist der einzige verlässliche Nachweis einer gültigen Zulassung – ohne dieses Zeichen ist ein Helm in Österreich nicht straßenzugelassen.

KFZ-Expertentipp: Viele Werkstätten raten meinen Kundinnen und Kunden immer: Schaut euch das ECE-Etikett im Innenfutter des Helms genau an. Manche Billighelme tragen zwar ein aufgedrucktes E-Symbol, aber keine gültige Prüfnummer. Die vollständige Kennzeichnung muss lauten: E plus Ländernummer, Leerzeichen, 22-06, gefolgt von der Genehmigungsnummer. Fehlt auch nur ein Element, ist der Helm nicht zugelassen – und im Schadensfall kann das Konsequenzen für die Versicherungsleistung haben.

Wie lange hält ein Motorradhelm?

Die Lebensdauer eines Motorradhelms beträgt in der Regel fünf Jahre ab Erstbenutzung – unabhängig davon, wie oft er getragen wurde. Materialermüdung durch UV-Strahlung, Schweiß und Temperaturschwankungen beeinträchtigen die Schutzwirkung auch ohne sichtbare Schäden.

Die meisten Helmhersteller geben eine Nutzungsdauer von fünf Jahren ab dem ersten Tragen an. Einige empfehlen sogar, den Helm nach sieben Jahren ab Herstellungsdatum auszutauschen, selbst wenn er nie benutzt wurde. Das Herstellungsdatum findest du auf einem Aufkleber im Innenfutter oder am Kinnriemen – in der Regel als vierstellige Zahl (Woche/Jahr).

In der Praxis zeigt sich, dass viele Motorradfahrerinnen und -fahrer ihren Helm deutlich länger benutzen. Das ist verständlich, weil hochwertige Helme eine erhebliche Investition sind. Trotzdem gilt: Ein Helm, der älter als fünf Jahre ist, sollte zumindest von einer Fachkraft begutachtet werden. Risse im Innenfutter, spröde Kinnriemen oder ein loses Visier sind klare Austauschsignale.

Wichtig für die Pflege: Helminnenfutter regelmäßig waschen (viele sind herausnehmbar), Visier mit mildem Reinigungsmittel reinigen und den Helm nie in der prallen Sonne lagern. Lösungsmittelhaltige Reiniger greifen die Außenschale an und können die Schutzwirkung unsichtbar beeinträchtigen.

Gut zu wissen: Fünf Jahre Nutzungsdauer ab Erstbenutzung – das ist die Faustregel der Helmhersteller. Nach einem Sturz gilt: sofortiger Austausch, unabhängig vom Alter des Helms.

✗ Falsch

Den Helm am Motorrad hängen lassen oder im Kofferraum transportieren – UV-Strahlung und Hitze beschleunigen die Materialermüdung erheblich.

✓ Richtig

Helm in einem Helmtransportsack oder einer Helmbox aufbewahren, vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und regelmäßig auf Risse, spröde Stellen und Beschädigungen am Innenfutter prüfen.

Zur vollständigen Motorrad-Schutzkleidung gehört neben dem Helm auch die passende Kombi mit Protektoren – denn beim Motorradfahren in Österreich zählt jedes Schutzdetail. Wer sein Motorrad darüber hinaus technisch auf Vordermann halten will, findet alle nötigen Teile unter Motorrad-Ersatzteile.

Die richtige Größe beim Motorradhelm finden

Quelle: POLO Motorrad auf YouTube

Häufige Fragen zu Motorradhelm

Welche Helm-Klassen gibt es – Integral, Klapp und Jet im Vergleich?

Es gibt drei Hauptklassen: Der Integralhelm schützt den gesamten Kopf inklusive Kinn und ist für Sport und Touring empfehlenswert. Der Klapphelm bietet ähnlichen Schutz mit hochklappbarem Kinnstück – praktisch für den Alltag. Der Jethelm lässt Kinn und Gesicht frei, bietet das größte Sichtfeld, aber den geringsten Schutz beim Frontalaufprall. Für Österreichs Straßen und Bergpässe empfiehlt der ÖAMTC Integral- oder Klapphelme.

Wie messe ich meine Helmgröße richtig?

Lege ein weiches Maßband etwa zwei Fingerbreit über den Augenbrauen an und führe es waagerecht um den gesamten Kopf – über Schläfen und Hinterkopf. Der gemessene Umfang in Zentimetern entspricht deiner Helmgröße. Wichtig: Kopfform beachten (rund oder längsoval) und den Helm mindestens 20–30 Minuten aufbehalten, um Druckstellen zu erkennen. Größentabellen der Hersteller dienen nur als Ausgangspunkt.

Was bedeutet ECE 22.06 beim Motorradhelm?

ECE 22.06 ist die aktuelle europäische Prüfnorm für Motorradhelme, seit 2023 verpflichtend für alle neu in den EU-Handel gebrachten Helme. Sie prüft unter anderem schräge Aufprallwinkel und Rotationsbeschleunigung – beides realistische Unfallszenarien. Erkennbar ist die Zulassung am E-Kennzeichen mit der Nummer 22-06 auf einem dauerhaften Aufkleber am Helm. Ohne dieses Kennzeichen ist ein Helm in Österreich im Straßenverkehr nicht zulässig.

Wie lange hält ein Motorradhelm und wann muss er ersetzt werden?

Die empfohlene Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre ab Erstbenutzung. Materialien wie Schaumstoff, Kinnriemen und Außenschale altern durch UV-Strahlung, Schweiß und Temperaturschwankungen – auch ohne sichtbare Schäden. Das Herstellungsdatum steht auf einem Aufkleber im Innenfutter. Nach spätestens sieben Jahren ab Herstellungsdatum sollte jeder Helm ausgetauscht werden, selbst wenn er kaum benutzt wurde.

Muss ein Motorradhelm nach einem Sturz immer ersetzt werden?

Ja – nach jedem Sturz sollte der Helm ersetzt werden, auch wenn von außen keine Schäden sichtbar sind. Der Styropor-Innenkern des Helms bricht beim Aufprall und verliert seine stoßabsorbierende Wirkung dauerhaft. Eine unsichtbare Beschädigung kann bei einem weiteren Sturz fatale Folgen haben. Einige Hersteller bieten einen Crash-Replacement-Service an, bei dem der Helm nach einem Sturz günstig getauscht werden kann.

Welche Motorradhelme sind in Österreich für den Straßenverkehr zugelassen?

In Österreich sind laut § 106 StVO nur Schutzhelme mit gültiger ECE-Zulassung für den Straßenverkehr erlaubt. Helme mit ECE 22.05 oder ECE 22.06 sind zulässig. Helme ohne ECE-Kennzeichen – darunter viele Billigimporte oder reine Dekohelme – sind nicht straßenzugelassen. Bei einer Kontrolle droht ein Organmandat, und im Schadensfall kann die Versicherung die Leistung kürzen.

Fazit

Ein Motorradhelm ist die wichtigste Schutzausrüstung auf dem Motorrad – und die Wahl des richtigen Modells lohnt sich. Ob Integral, Klapp oder Jet: Entscheidend sind die passende Größe, die gültige ECE 22.06-Zulassung und ein regelmäßiger Austausch nach spätestens fünf Jahren Nutzung. In Österreich gilt Helmpflicht für alle motorisierten Zweiräder – ein Helm ohne ECE-Kennzeichen ist weder rechtlich zulässig noch sicherheitstechnisch vertretbar. Nutze das AAWP-Widget oben, um aktuelle Modelle zu vergleichen, und schau dir für die komplette Ausrüstung auch unseren Bereich Motorrad an.

🚗 Das kfz-teile.at Team | KI-unterstützt erstellte KFZ-Informationen für Österreich – praxisnah, quellengestützt, aktuell.